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Vorwort |
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Als ich mich entschloss, mit meiner Boxerhündin zu züchten, hatte ich von Hundezucht keine Ahnung. In unzähligen Gesprächen und mit viel weiser Literatur versuchte ich mich auf diesem Gebiet kundig zu machen. Gelernt habe ich, wie so oft im Leben, aus der Praxis.
Meine, damals bereits kastrierte, Golden Retriever Hündin war gut ein Jahr alt, als ich mich dazu entschloss, die Boxerhündin „Conny vom Rußbach“ im Alter von zehn Monaten zu mir zu nehmen.
Conny kam aus einem guten Zwinger und wurde zum üblichen Preis, in vermeintlich gute Hände verkauft. Als Zahlungsmittel eingesetzt, wechselte sie im Alter von etwa 4 – 5 Monaten den Besitzer. Bei ihrer neuen Besitzerin erhielt sie Gelegenheit, zahlreiche seelische und körperliche Maßnahmen kennen zu lernen, die sich Menschen einfallen lassen, um ihre Hunde gefügig zu machen. Conny hatte einen eisernen Willen und als alle Maßnahmen nichts halfen, entschloss sich jene Besitzerin unter dem Druck des Tierschutzvereins den Hund zu verschenken.
Ich lernte Conny in der Hundeschule kennen, wohin sie die von der Besitzerin angestellte Trainerin mitnahm, damit der Hund wenigstens etwas Auslauf und Kontakt zu anderen Hunden bekam. Ich kann sagen, bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Nachdem ich beobachten konnte, dass sich meine Hündin mit Conny verstand, musste ich sie einfach haben.
Damit hatte ich aber zunächst auch einen Problemhund. Conny benötigte ein halbes Jahr, um ihr neues zu Hause als solches zu akzeptieren. Für mich war dies keine einfache Zeit. Conny war es nicht gewohnt alleine zu Hause zu sein und so gestaltete sie mir mit absoluter Regelmäßigkeit in meiner Abwesenheit die Wohnungseinrichtung neu. Sie war zu Anfang nicht stubenrein und von Erziehung wollen wir erst gar nicht reden. In Anbetracht ihrer Vorgeschichte, bemühte ich mich, soweit als möglich, auf alle Gewalteinwirkungen in der Erziehung zu verzichten und mir in dieser Angelegenheit ihren Spieltrieb zu Nutze zu machen. Dieser Weg dauerte länger, aber heute weiß ich, es war der einzig richtige.
Von Anfang an präsentierte sich Conny als eine besonders schöne Vertreterin ihrer Rasse. Mir war das zunächst egal, aber ermutigt durch Freunde, stellte ich sie dann auch mehrfach mit sehr gutem Erfolg aus. Ihr Gebäude ist fast als perfekt zu bezeichnen. Sie hat einen etwas engen Unterkiefer und auch ihr Nasenansatz ist nicht übertrieben typvoll für einen Boxer. Wir erhielten auch zweimal die Bewertung „Vorzüglich 1“ mit Anwartschaft auf den deutschen Champion. Dass es nicht mehr wurden, lag an meiner zwischenzeitlich gewonnenen Einstellung zu Hundeausstellungen allgemein.
Ihre Schönheit war es aber nicht, was mich veranlasste, über Hundezucht nachzudenken.
Desto besser ich Conny kennenlernte, faszinierte mich ihr Wesen. Sie zeigte sich in allen Situationen über die Maßen intelligent und instinktsicher. Um so länger ich sie beobachten konnte, um so sicherer wurde ich in meinem Entschluss: „Wenn ich so einen Hund nochmals möchte, dann muss ich ihn mir selber züchten.“
Bereits im Frühsommer 1999 hatten unsere Zuchtwartin und ich uns dann, nach langem Suchen und Abwägen aller Risiken, für einen Deckrüden entschieden, der zu Conny passte und meinen Anforderungen gerecht wurde, „Darius von Lustig“. Mit den Besitzern wurde Kontakt aufgenommen und der Deckakt für die Herbstläufigkeit vorgesehen. Meine Hündin wurde jedoch erstmalig nicht wie gewohnt läufig und so verschob sich meine Zuchtplanung auf das Frühjahr 2000. Eine Woche vor dem geplantem Deckakt, teilten mir die Besitzer des erwählten Rüden mit, dass der Rüde zur Zeit nicht zum Decken zur Verfügung steht. Wieder saßen wir über den Büchern und suchten verzweifelt einen geeigneten Rüden.
Ich habe „Toro de las Arillas“ in Ingolstadt auf einer Ausstellung gesehen und war begeistert von diesem Rüden. Die Paarung war nicht risikolos, aber ich habe auf meine gesunde und wenig vorbelastete Hündin vertraut.
Die nachfolgenden Aufzeichnungen, waren mein am besten gehütetes Geheimnis. Als ich erfuhr, dass meine Hündin nach dem ersten Deckakt leer geblieben war, brauchte ich etwas, wo ich meine Gedanken niederschreiben konnte. Als ich dann glaubte, dass meine Hündin doch trächtig war, kam mir der Gedanke, alle meine Beobachtungen und Erfahrungen aber auch Gefühle und Gedanken während dieser Zeit festzuhalten. Ich wollte sie nicht nur für mich in Erinnerung behalten, sondern sie in erster Linie den Menschen in Wort und Bild zur Verfügung stellen, die mir während meiner ganzen Zuchtanfänge mit Rat und Tat, aber auch mit Trost zur Seite standen.
In der Zwischenzeit bin ich der festen Überzeugung, dass jeder Züchter seine Beobachtungen niederschreiben sollte, um unser Wissen um die Hundezucht beständig erweitern zu können. Gerade meine Beobachtungen und Vermutungen während der Scheinträchtigkeit meiner Hündin, könnten uns helfen, zukünftig die Anzahl der Leerpaarungen noch weiter zu reduzieren.
An dieser Stelle möchte ich mich nun bei all jenen bedanken, ohne deren Mithilfe ich es nicht geschafft hätte, alle meine Welpen groß zu ziehen.
Mein besonderer Dank gilt zunächst Frau Silvia Pelikan, meiner Freundin Monika Sattler und unserer Landesgruppen-Zuchtwartin Frau Hecht, die mir Tag und Nacht, mit ihrer züchterischen Erfahrung mit Rat und Tat zu Seite standen. Dank auch Dr. Kandlbinder, der trotz nachtschlafender Zeit nicht voreilig zum Messer griff und durch sein Können Conny im entscheidenden Moment helfen konnte.
Mein Dank gilt aber auch unserer ehemaligen Zuchtwartin Frau Helga Schulz, die mir immer Mut machte und mich in die Anfänge der Hundezucht einführte. Nicht zu vergessen sei Thomas, der immer dann da war, wenn Not am Manne oder am Computer war.
Burgkirchen/Stockmann Sigrid Seghutera
2001 Boxerzwinger
„von der Einöde Stockmann“