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Wurfprotokoll |
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Datum |
Lebenstag |
Bericht |
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05.11.00 |
2. Tg. |
2.00 Uhr: Ich versuche Nr. 9 zu Conny und den anderen Welpen zu legen, aber sie wird von Conny weg geschubst. Über Nacht muss sie noch im Körbchen auf der Wärmflasche bleiben. Gegen 3.00 Uhr gönne ich mir noch eine Stunde Schlaf. Um 12.00 Uhr haben wir einen Termin beim Tierarzt. Bevor ich weg fahren will, fällt mir auf, dass Nr. 3 schwächelt. Ich flöße ihm sogleich Welpenmilch ein und er kommt etwas zu sich. Ich kontrolliere Connys Gesäuge und stelle fest, dass kaum Milch vorhanden ist. Aus Sorge um Conny und Nr. 9 habe ich die anderen Welpen vernachlässigt. Mir wird sofort klar, dass ich unbedingt Welpenmilch verstärkt dazu füttern muss. Aber andererseits sollen die Welpen auch saugen. Ich packe meine ganze Hundescharr ein und fahre zum Tierarzt. Unterwegs sind die Welpen ganz still und ich habe Angst, dass sie verendet sein könnten. Aber weit gefehlt. Beim Tierarzt angekommen stürzen sie sich gleich auf Connys Gesäuge, während Conny eine erneute Infusion erhält. Schlauer geworden, habe ich eine Flasche Welpenmilch dabei und füttere zu. Die schwächlichen Welpen zweistündlich, die stärkeren vierstündig. Gewichtserfolge erziele ich damit nicht. Das Saugen bei Conny schwächt die Welpen zusehends. Was ich mit der Flasche in sie rein bringe, arbeiten sie sich beim vergeblichen Saugen wieder ab. |
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06.11.00 |
3. Tg. |
In der Nacht habe ich kaum geschlafen, wie auch die letzten Nächte zuvor nicht. Conny ist wie irr. Sie hechelt unentwegt, ist unruhig und zertritt mir fast die Welpen. Die Welpen schreien pausenlos, weil sie Hunger haben. Was ich in sie herein füttere, arbeiten sie sich an Connys Gesäuge wieder ab. Ich bin kurz vor der Verzweiflung. Als ich ins Zimmer komme, sehe ich, dass Conny auf Nr. 4 liegt. Dem kleinen Kerl ist buchstäblich die Luft weg geblieben und ihm hängt die Zunge heraus. Ein Griff, ihn kräftig rubbeln und er fängt wieder an zu atmen. Ein Schluck warme Welpenmilch gibt ihm sein Leben zurück. Die Züchterin von Conny versucht mich zu beruhigen und mir zu erklären, dass dies alles normal sei, aber es beruhigt mich trotzdem nicht. Conny hat regelrechte Panikattacken um ihre Welpen. Es gibt keine andere Möglichkeit, die paar wenigen Stunden Schlaf, die mir zwischen den Fütterungszeiten verbleiben, verbringe ich auf dem Boden in Connys Kinderstube. Conny wird 6 x täglich gefüttert. 2 x täglich ½ l verdünnte Welpenmilch, 2 x täglich eine Einbrennsuppe mit Fleischstückchen und 2 x täglich ihr Trockenfutter mit Hüttenkäse oder Fleischbrühe. Ihre Temperatur bewegt sich zwischen 38,5° C und 39,1° C. Alles im Normbereich. Sie hat einen starken Wochenausfluss, blutig schleimig. |
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07.11.00 |
4. Tg. |
Conny hat noch immer nicht ausreichend Milch. Bislang habe ich allen Welpen ihr Gewicht erhalten können, ich habe aber nichts dazu gewinnen können. Wir müssen wieder zum Tierarzt. Die Heilung verläuft bei Conny gut. Sie ist mobil, hat kein Fieber, in der Zwischenzeit frisst sie auch wieder gut und die Verdauung ist normal. Ich lasse den beiden schwächsten Welpen ein Aufbaumittel spritzen und hoffe inständig, dass Conny endlich Milch bekommt. Am Nachmittag war der zuständige Zuchtwart da, um den Wurf anzuschauen. Meine Winzlinge sind in der Tat nicht die Vorzeigewelpen. Ich weiß nicht, was er gedacht hat, er war jedenfalls höflich genug es nicht auszusprechen. Meine wichtigste Hilfe ist zur Zeit Connys Züchterin. Sie macht mir ständig Mut und gibt mir wertvolle Tipps, wie ich Conny und ihre Welpen füttern soll. Schlafen ist schon zu einem Fremdwort geworden. Ich besitze jetzt schon die Fähigkeit die Welpen beidhändig zu füttern. Wieder ist eine Nacht mit Arbeit ausgefüllt. |
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08.11.00 |
5. Tg. |
Ich bin zu einem Schatten meiner selbst mutiert. Nur noch damit beschäftigt, die Welpen zu füttern, Welpenmilch herzurichten, Hundefutter zu kochen, die Unterlage von Conny zu wechseln und zu waschen, weiß ich nicht, wann ich das letzte Mal etwas Gescheites gegessen habe oder eine Nacht durchgeschlafen habe. Conny ist jetzt wieder ruhiger geworden. Wenigsten dies eine Erleichterung. Conny ist von Anfang an eine überbesorgte Mutter, die ihre Aufgabe recht ernst nimmt. Sie achtet darauf, dass ihre Kinder beisammen bleiben, geputzt und gewärmt werden. Die ersten Tage erlaubt sie nicht einmal mir, ihr ungefragt die Welpen weg zu nehmen. Wenn ich sie zum Füttern aufnehme, versucht Conny sie mir wieder aus der Hand zu nehmen. Ich muss die ganze Zeit beruhigend auf sie einreden, damit sie mir die Fütterung erlaubt. Am Abend dann endlich der ersehnte Erfolg! Die Welpen haben zwischen 45- und 70 Gramm zugenommen. |
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09.11.00 |
6.Tg. |
Ich konnte erstmals in der Nacht 5 Stunden mit Unterbrechung schlafen! Man wird ja so genügsam. Conny hat deutlich mehr Milch. Soviel, dass die Welpen heute meine angebotene Welpenmilch verschmähen. Ich bin trotzdem hartnäckig und beobachte ihre Gewichtsentwicklung mit Argusaugen. Bis auf zwei Ausnahmen, haben wieder alle gut zugenommen. Die Welpen haben alle kräftige Stimmchen. Eine der kräftigsten hat Nr. 9. Sie singt grundsätzlich, ob ihr etwas gefällt oder auch nicht. Sie hat sich mit am besten erholt und legt stolz an Gewicht zu. Mein Sorgenkind ist noch Nr. 5. Die kleine schwarze Hündin. Sie ist noch immer die Schwächste im Wurf. |
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10.11.00 |
7. Tg. |
Schon wieder durfte ich eine Nacht mit 2 x 3 Std. Schlaf ausfüllen. Ich weiß nicht, wie oft ich schon jeden Welpen zum Füttern und Wiegen in der Hand hatte. Ich füttere noch immer in der Nacht dazu. Die Fütterung erfolgt in Zusammenhang mit der Gewichtskontrolle um 2.00 Uhr, 6.00 Uhr, 10.00 Uhr, 14.00 Uhr, 18.00 Uhr und 22.00 Uhr. Die schwächlichen Welpen erhalten zwischendurch zusätzlich Welpenmilch. Wenn man die Welpen so oft in der Hand hat, bleibt es nicht aus, dass man jeden einzelnen ins Herz schließt. Bis auf Nr. 4 und Nr. 9 haben alle das breite Maul ihres Vaters geerbt. Die beiden Rüden Nr. 2 und Nr. 6 fallen durch ihre breiten, großen Köpfe auf. Sie sind sehr kräftig, genauso Rüde Nr. 4. Er hat jedoch mehr den Schädel seiner Mutter mit auf den Weg bekommen. Dafür scheint Nr. 4 der lebhafteste und kämpferischste zu sein. Er hat bisher auch am kräftigsten zugenommen. Rüde Nr. 3, als schwächster auf die Welt gekommen, scheint sich zum Ziel gesetzt zu haben alle seine Brüder einzuholen. Obwohl mit einem mickrigen Geburtsgewicht ausgestattet, liegt er nur noch 12 g hinter seinem Bruder Nr. 6. Von den Damen ist eindeutig Nr. 8 der Fresser. Sie hat schon bald das Gewicht der Rüden erreicht. Man erkennt sie bereits jetzt an ihrem Kugelbauch. |
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