Wurfprotokoll

Datum Wurftag Bericht
26.11.2002 1. Tag 8.30 Uhr: War mit Conny spazieren, sie hechelt jetzt im Wurfgehege. Temp.: 38.1° C, sie hechelt jetzt wieder intensiver.

9.00 Uhr: Anruf in der Tierklinik. Ich beschreibe dem Arzt die bisherige Situation und angesichts der weiten Fahrstrecke halten wir es für besser, dass ich gleich mit Conny in die Klinik fahre. Auf dem Weg in die Klinik habe ich Monika abgeholt, die zwischenzeitlich nach Hause gefahren ist, um ihre Hunde zu versorgen. Ich wollte gerne jemanden dabei haben, falls unterwegs etwas passiert.

In der Klinik angekommen, stellt der Tierarzt fest, dass Conny eine Wehenschwäche hat. Es wird eine Wehen unterstützende Therapie eingeleitet und wir bleiben in der Klinik. Um 11.45 Uhr kommt eine gelbe Hündin zur Welt. Zunächst dachten wir sie sei tot, die Fruchtblase war schon gesprungen. Aber sie kam schnell zu sich und strebte eifrig zu den Zitzen. 12.15 Uhr eine Hündin weiß ohne Kennzeichnung, 12.25 Uhr Hündin gestromt mit leichter weißer Halskrause, 13.00 Uhr Rüde gestromt wenig Weißzeichnung, 13.30 Uhr Hündin gelb, kein Nackenfleck, 14.10 Rüde, gelb mit breiter Halskrause, 15.10 Hündin gelb, keine Weißzeichnung. Conny ist erschöpft. Ich war mehrmals mit ihr zwischen den einzelnen Geburten spazieren.

Eigentlich hoffen wir alle, dass jetzt alle draußen sind und wir uns auf dem Röntgenbild verzählt haben. Aber ein erneutes Röntgenbild zeigt uns, dass da noch einer drin ist! Und es sieht gar nicht gut aus, er liegt noch immer im Thoraxbereich und hat sich nicht dem Ausgang zu bewegt. Wir entschließen uns Conny eine Pause zu gönnen. Um 17.30 Uhr, bisher wenig Wehentätigkeit, erhält Conny nochmals eine Wehenspritze. Wir warten bis 18.00 Uhr. Es sind kaum Wehen feststellbar, eine Untersuchung ergibt, dass der Welpe sich nicht zum Ausgang bewegt hat. Es bleibt nichts übrig: Nr. 9 muss mit einer Schnittentbindung geholt werden.

Monika und ich entschließen uns nach Hause zu fahren. Wir sind beide am Ende und können jetzt für Conny nichts mehr tun. Ich habe mich schweren Herzens dazu entschlossen Conny und die Welpen über Nacht in der Klinik zu lassen. Ich wusste, sie ist dort in besten Händen. Ich brauchte Schlaf, in dem Zustand wäre ich Conny und den Welpen keine Hilfe gewesen. Kurz vor 20.00 Uhr der ersehnte Anruf. Conny geht es den Umständen entsprechend gut. Der neunte Welpe, ein weißer, hat den Eingriff nicht überlebt.

Als ich nach Hause kam habe ich erst einmal alle dreckigen Decken entfernt und gewaschen und alles für Connys Ankunft morgen vorbereitet. Ich war so aufgedreht, dass ich nicht hätte gleich schlafen können, aber irgendwann bin ich dann ins Bett gefallen und habe geschlafen wie ein Stein.

27.11.2002 2. Tag Anruf in der Klinik, Conny geht es gut. Ich bin nicht mehr zu halten, ab ins Auto und sie abholen.

Zuhause angekommen, werden erst einmal alle gewogen und dann gefüttert. Da ich nur von Nr.1 das Geburtsgewicht habe, nehme ich ihn ein bisschen als Meßlatte, wie viel Gewicht sie nach der Geburt verloren haben. Der Kleine hat 40 g verloren und scheint mir im Moment etwas schwächlich. Nachdem ich ihm die Flasche gegeben habe, ist er aber besser drauf. Die Welpen sind alle kräftig und haben eine ganz anderen Zug als die vom ersten Wurf. Connys Temp. liegt bei 39.0° C, auch o.k. Sie darf vorerst nur rationiert saufen und fressen, d.h. trinken schluckweise und Fressen zweistündlich. Alles erledigt und jetzt schläft die ganze Gesellschaft.

19.00 Uhr: Temp.: 38,9° C, Conny hat gut gefressen und mächtig Durst. Da sie den ganzen Tag nicht erbrochen hat, können wir morgen wieder normal Füttern. Abends hat sie den ersten Stuhlgang wieder abgesetzt. Ihre Wunde schaut gut aus und wird mit Braunovidonlösung versorgt. Bei der Kontrolle des Gesäuges stelle ich fest, dass sie schon gut Milch produziert. Aber es reicht noch nicht. Nr.1 - 4 haben über den Tag an Gewicht verloren, die anderen haben es gehalten oder dazu gewonnen. Trotzdem füttere ich noch nicht allzu viel dazu, damit sie alle ausreichend Kollateralmilch abbekommen. Ich schau halt, dass die Welpen, die abgenommen haben, an den best gefüllten Zitzen liegen.

28.11.2002 3. Tag

6.00 Uhr: Da Conny sich gestern als eine überfürsorgliche Mutter zeigte, die immer darauf geachtet hat, sich nicht auf die Welpen zu legen, habe ich mir ein paar Stunden Schlaf gegönnt. Sie ist ruhiger als beim ersten Mal, dies trifft aber auch auf die Welpen zu. Zufrieden habe ich festgestellt, dass alle Welpen ihr Gewicht in etwa gehalten haben, Dass die Welpen nach der Geburt an Gewicht verlieren, ist nichts außergewöhnliches, sondern normal. Den Welpen geht es allen gut. Conny hat noch 39.0° C Temp., Verdauung und Hunger sind aber wieder in Ordnung. Ihr Durst ist unverändert stark. Sie hat einen starken Wochenfluss und auch noch Nachwehen.

Soweit man das jetzt schon beurteilen kann, haben die Welpen alle wunderbare Köpfchen mitbekommen. An der Flasche sind sie alle aktiv, besonders der kleine gelbe Rüde ist ein richtiger Säufer, der den Nuckel bis zum Anschlag verschlucken mag. Meine Lady geruht nur im Liegen zu Saufen und zu Fressen. "Geschäftliches" wird nur unter Leinenzwang und Einhaltung kürzester Wege und Zeiten erledigt. Die Lagerbindung ist zur Zeit extrem.

Die Temp. von Conny ist bis zum Abend wieder auf 38.5° C gefallen. Sie frisst jetzt wieder 4 volle Portionen und verträgt diese gut. Die Welpen sind damit beschäftigt zu saufen und zu schlafen. Sie sind alle wohl auf und munter. Morgen Vormittag müssen wir wieder in die Tierklinik fahren. Conny braucht noch eine antibiotische Behandlung. Ihr geht es aber zunehmend besser.

29.11.2002 4. Tag

Züchter wie ich neigen in den ersten 1-2 Wochen nach gefallenen Wurf zu einem gestörten Tag-Nachtrhythmus. Gestern Abend überfiel mich eine bleierne Müdigkeit, die mich um 21.00 Uhr ins Bett fallen ließ. Um 1.00 Uhr war ich wieder auf den Füßen: alles in Ordnung im Wurfgehege! Im Gegensatz zum ersten Wurf füttere ich in der Nacht nicht dazu. Diesmal habe ich keine Winzlinge dabei, bei denen ich Tag und Nacht um jedes Gramm kämpfen muss. Anders als beim ersten Mal sind alle Welpen gleich gut im Gewicht und ausgesprochen fidel und Conny ist keine Panikerin mehr, sondern die Ruhe in Person. Ich bewundere schon seit zwei Tagen Connys Techniken beim Lagewechsel. Zuerst Überblick verschaffen, befindet sich ein Welpe nicht dort wo es ihr gefällt, wird er ins Maul genommen, ein/ zwei mit der Pfote beiseite geschoben und dann legt sie sich, mit einer Pfote unterm Brustkorb, um sicher zu gehen, dass dort nicht noch einer ist , hin. Quietscht trotzdem einer ist sie sofort wieder in der Höhe, um das Ganze von neuem zu beginnen.

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich denn für die vielen Welpen schon Interessenten habe, als ob es nichts Wichtigeres gäbe, als die Welpen so schnell als möglich zu verkaufen. Ja-, ich habe schon zwei bis drei Interessenten, und die sind mir die Liebsten. Wenn es Menschen gibt, die bereits vor dem gefallenen Wurf ihr Interesse an einem Welpen bekunden und sich die ganze Zeit erkundigen, ob sie denn schon da sind und wie es ihnen geht, dann weiß ich, das dies Menschen sind, denen ich gerne einen Welpen überlassen werde. Ansonsten ist es mir nicht so eilig mit den Interessenten. Ich will erst wissen, dass alle Welpen gesund sind und vor allem wie sie sich entwickeln. Erst dann kann ich doch auch entscheiden, passt der Hund zu den Erwartungen der neuen Besitzer.

Die Kleinen haben über Nacht alle an Gewicht dazu gewonnen. Keine großartigen Mengen, aber es zeigt mir, dass Connys Milchproduktion zunimmt und es jetzt bergauf geht mit dem Gewicht. Mit Connys Temp. geht es hoffentlich weiter bergab: 38.4° C.

Beltene? von der Einöde Stockmann

Ich habe natürlich schon längst unsere Landesgruppenzuchtwartin über den gefallenen Wurf informiert. Heute Abend war mein zuständiger Zuchtwart da, um sich die Welpen und die Hündin anzuschauen. Diesmal musste ich mich nicht verstecken, denn ich habe die schönsten Welpen, die man sich nur wünschen kann.               Temp.: 38.5° C