Scheinträchtigkeitsprotokoll

Datum

Temp.

Decktag

Bericht

27.03.00

 

36.Tg.

Die Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose beim Ultraschall am 33.Tg. der Trächtigkeit liegt bei weniger als 2 %. In diesen Fällen handelt es sich häufig um Extreme, also Einfruchtigkeit oder extreme Vielfruchtigkeit.

Ich habe mich immer von meinem gesunden Menschenverstand leiten lassen. Wir erleben jetzt die fünfte Läufigkeit miteinander. Selbst letzten Sommer, als unbeabsichtigt ein Mischling über Conny kam, zeigte sie keinerlei Anzeichen einer Scheinträchtigkeit, obwohl mir das alle vorausgesagt haben. Meine gute Beobachtungsgabe hat beruflich schon viele Menschen vor größeren Schäden bewahrt und bei meiner Hündin soll ich so jämmerlich versagen?                                                                                                                  Irgendwie wird in mir das Gefühl immer stärker: Hier stimmt was nicht!

Heute beim Spazierengehen erneut einen Tropfen weißlichen Ausfluss abgewischt. Doch keine Einbildung? Größere Mengen wird sie mir wohl kaum geben, da sie sich, wenn sie nicht schläft, pausenlos schleckt.

 

 

 

 

 

   

28.03.00

 

37.Tg.

An dieser Stelle ein Nachtrag, den ich schon früher hätte erwähnen sollen. Da nach Aussage der Tierärztin und nach meinen Beobachtungen Conny am 11. Tag ihrer Läufigkeit (= 1. Deckakt) noch nicht aufnahmebereit war, habe ich am 12. Tag der Läufigkeit mit der Zählung der Tage nach dem Deckakt begonnen. M.E. ist der 12. Tag der Läufigkeit der frühste mögliche Tag der Befruchtung.

Ich habe mich dazu entschlossen, mich nicht auf das zu verlassen, was ich im Ultraschall gesehen habe, sondern mich auf meine täglichen Beobachtungen und auf das Vertrauen zu meiner Hündin zu verlassen.

Conny hat heute vermutlich galleartig erbrochen. Passierte während meiner Abwesenheit.

Ich habe noch eine interessante Beobachtung gemacht. Conny schleckt sich die Flanken beidseitig, das lässt mich vermuten, dass keine Einfruchtigkeit vorliegt, sondern eher eine Vielfruchtigkeit.                                                                                                            Beim Spazierengehen wieder weißlichen, tröpfchenförmigen Ausfluss festgestellt, Tendenz zunehmend.

29.03.00

 

38.Tg.

Ich füttere meine zwei Hündinnen seit gut zwei Jahren mit einem proteinhaltigen Aktivfutter, das auch für trächtige Hündinnen geeignet ist. Die Futtermenge habe ich nicht erhöht und ich habe darauf geachtet, dass Conny nichts bei den Nachbarn erwischt. Trotzdem ist jetzt auch für mich ersichtlich, dass die Hündin am Rücken und hinter den Rippenbögen leicht zugelegt hat. Sie wirkt aber insgesamt noch schlank. Conny hat üblicherweise 3-4 x täglich Stuhlgang abgesetzt, dies hat sich jetzt auf 1-2 x tägl. reduziert. Der Ausfluss wird etwas stärker, dies hat mich veranlasst, Helga anzurufen und sie zu bitten sich Ostern nichts vor zu nehmen. Sie meinte etwas schadenfroh, sie war nie beim Ultraschall, eine Trächtigkeit muss man abwarten können.  

30.03.00

 

39.Tg.

Ich beabsichtige, mich, mit Ausnahme bei starker Missbildung, streng an das Rutenkupierverbot zu halten. Es kann m. E. nicht Aufgabe der Züchter sein, die ewig Gestrigen durch illegales Kupieren zu unterstützen sondern wir müssen die Liebhaber der Boxer davon überzeugen, dass sich das Wesen dieser Rasse nicht durch eine lange Rute verändert. In einem Fall eines potentiellen Käufers ist mir dies schon gelungen. Ich halte auch ein Ausstellungsverbot kupierter Hunde für gerechtfertigt, da Hunde mit „Knickruten“ sicher die Zucht zukünftig nicht positiv beeinflussen werden.

Helga sprach gestern erneut ein Thema an, das ich zugegebener Weise vor mich hin schiebe. Was mache ich mit den weißen Boxern? Bei der Paarung Conny/Toro muss ich mich auf weiße Boxer einstellen. Dr. Fleig schreibt in seinem Buch über die Hundezucht dazu, dass wir Züchter nicht das Recht haben, gesunde Welpen zu töten, nur weil uns ihre Farbe nicht gefällt oder dem Rassestandard nicht entspricht. Ich denke an unseren weißen Kuno im Boxerklub, der seine Sache auf dem Hundeplatz auch nicht schlechter macht, als die anderen Boxer. Ich denke aber auch an weiße Boxer, die aufgrund ihrer Farbe von zwielichtigen Besitzern als Kampfhundeersatz erworben werden und bei logischer Enttäuschung der Erwartungen in den Tierheimen landen. Die Amerikaner haben auf ihrer Web-Site „Boxerworld“ eine extra Rubrik für weiße Boxer, wo sie für die Erhaltung dieser Tiere werben. Sind uns die Amerikaner wieder ein Stück voraus? Ich weiß noch nicht wie ich mich entscheiden werde. Ich habe noch Zeit darüber nachzudenken.

     

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